DJK Grün-Weiß Amelsbüren 1928 e.V.

Sport im Ort

Der Verein und seine Geschichte

Im Gründungsjahr 1928 war Amelsbüren ein kleines Dörfchen, in dem im Wesentlichen Landwirte und Handwerkerlebten. Einige junge Fußballbegeisterte hatten damals die Idee, einen Sportverein zu gründen. Erster Vorsitzender wurde der Gastwirt Josef Hummelt, wo sich die Spieler nach dem Sport zum Bier eintrafen. Die Vereinsgründung fand unter Beteiligung des Pastors Hördemann statt, sodass sich der Verein auch dem DJK-Verband anschloss. Gespielt wurde auf einer Viehweide auf dem Anwesen Haus Amelsbüren. Zu den Auswärtsspielen, die teilweise weit entfernt waren, fuhr man mit dem Fahrrad. 

Im Jahr 1934 wurde die DJK-Organisation von den Nationalsozialisten verboten, sodass beschlossen wurde, den Verein SC Grün-Weiß Amelsbüren zu benennen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Sportbetrieb eingestellt. Danach wurde der Sportplatz, der sich damals an der Hördemannstraße befand, wieder instandgesetzt und ein kleines Umkleidegebäude gebaut. Knapp 40 Jahr lang war der Verein ein kleiner Fußballverein. 

Bernhard Waltermann, Amelsbürens langjähriger Bürgermeister, übernahm im Jahr 1961 den Vereinsvorsitz. Ihm gelang der Durchbruch im Jahr 1966 nach der Fertigstellung der durch die Gemeinde Amelsbüren gebauten Turnhalle. Ab diesem Zeitpunkt wurden die ersten Turngruppen für Kinder und Frauen gegründet. In der neuen Turnhalle spielte sogar eine kleine Gruppe um Familie Bossler Tennis. Diese Gruppe war Vorläufer der 1973 gegründeten Tennisabteilung, die die ersten zwei Plätze in eigener Regie an derHördemannstraße in unmittelbarer Nachbarschaft der Fußballsportanlage baute.

Geplant und gebaut wurde auch durch die Gemeinde Amelsbüren ein Hallenbad. Die Schwimmabteilung war damit ebenfalls gegründet. 1974, und damit rechtzeitig vor der Gebietsreform und vor der Eingemeindung nach Münster, begann die Gemeinde Amelsbüren mit der Errichtung einer neuen Sportanlage an der Straße „Zum Häpper“.  Am 22. Juni 1975, also nach der kommunalen Gebietsreform, konnte im Rahmen einer Festwoche das neue Sportzentrum eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben werden. 

Auch die Tennisabteilung entwickelte sich weiter, nachdem diese Abteilung nach dem Auszug der Fußballer zum neuen Sportzentrum das gesamte Gelände an der Hördemannstraße übernehmen konnte. Dadurch wurde die Tennisabteilung in die Lage versetzt, im Verlaufe der nächsten Jahre auf dem Gelände Hördemannstraße insgesamt 8 Tennisplätze und ein schmuckes Clubheim zu errichten.

Am 20. November 1975 gab es in der Vereinsführung einen Wechsel. Josef Rossi, Rektor der Amelsbürener Grundschule, trat die Nachfolge von Bernhard Waltermann an. Mit Josef Rossi hatte der Sportverein einen Mann gefunden, der bereit war, neue Wege zu gehen und junge Mitglieder in die Führungsmannschaft einzugliedern. Die Aktivierung vieler neuer Übungsleiterinnen und Übungsleiter war und ist sein besonderer Verdienst. Dadurch konnten weitere Sportarten in das Vereinsleben integriert werden. Neben dem Fußball, dem Schwimm- und Tennissport gehören Turnen, Mutter- und Kinderturnen, Gymnastik, Aerobic, Tischtennis, Volleyball, Judo und Boule nun seit Jahren zum Sportprogramm des Vereins.

Diese Aktivitäten von Josef Rossi und seinen Helferinnen und Helfern im Vorstand brachten für den Verein einen enormen Aufschwung. Die Mitgliederzahl erreichte die Grenze von 1.000. Josef Rossi war nicht nur ein guter Organisator, sondern er war auch ein leidenschaftlicher Bauherr. Gemeinsam mit weiteren Vereinsmitgliedern wurden zwischen 1987 und 1989 unser Clubheim und die Gymnastikhalle gebaut. Was in diesen zwei Jahren an Überlegungen und an Entscheidungen dem Vorstand und dem Bauausschuss abverlangt wurde, kann kaum jemand ermessen. Der Clubraum mit seinen handbearbeiteten alten Eichenbalken, die von Amelsbürener Bauern gestiftet wurden, und seine rustikale Einrichtung laden zum gemütlichen Plausch und fröhlichem Beisammensein der großen Sportfamilie ein.

1996 übernahm Andreas Wigger den Vereinsvorsitz. Die einzelnen Abteilungen mit ihren Abteilungsleitungen erhielten größere Selbstständigkeit und Gestaltungsspielraum. Im Gesamtvorstand wurden die Aktivitäten und sportlichen Ziele gebündelt. Der geschäftsführende Vorstanddes Gesamtvereins war von nun an für den finanziellen und wirtschaftlichen Rahmen verantwortlich. 

Als in Amelsbüren ein neues großes Baugebiet an der Davertstraße entstand, war klar, dass auch ein Vereinsmitgliederzuwachs zu erwarten war. Der Vorstand befasste sich deshalb 1997 mit Neubauplänen auf dem Sportgelände. Das im Jahr 1974 auf dem Sportgelände in Leichtbauweise errichtete Umkleidegebäude wurde abgerissen und es entstand das Sport- und Umkleidegebäude mit einem Finanzvolumen von ca. 1,7 Mio. DM. In den Zuschussrichtlinien fand der Bauausschuss die Möglichkeit, einen Zuschuss für einen Fitnessraum zu bekommen, sodass in dem neuen Bauwerk ein kleiner Kraftraum mit 14 Kraftsportgeräten eingerichtet wurde. Im September 2002 wurde das Gebäude mit einem Festakt und einem „Tag der offenen Tür“ den Mitgliedern zur Nutzung übergeben.

Damals hatte niemand im Verein damit gerechnet, dass die Fitnessabteilung zu einem erheblichen Wachstum in der Mitgliederzahl führen würde. Jüngere und ältere Mitglieder haben in dem Fitnessraum die Möglichkeit, unabhängig von festen Kurszeiten an 24 Stunden pro Tag und 365 Tagen im Jahr Sport auszuüben. Dank der professionellen Führung derAbteilung wuchs sie schnell von 50 auf mehrere hundert Mitglieder an. Nach kurzer Zeit war der Fitnessraum zu klein, sodass der größere Besprechungsraum für die Erweiterung der Fläche „geopfert“ wurde. Im Jahr 2011 entschloss sich der Verein, den eingeschossigen Umkleidekabinenteil aufzustocken. Hier wurdeein multifunktionaler Raum geschaffen, in dem unter anderem eine Kleinkindergruppe betreut und zusätzliche Yogagruppen untergebracht werden konnten.

Die Diskussionen um die Wirtschaftlichkeit des Amelsbürener Hallenbades führten dazu, dass das Hallenbad, in dem viele Amelsbürener das Schwimmen gelernt haben, im Jahr 2008 geschlossen werden musste. Die Schwimmabteilung musste damit in das Hiltruper Hallenbad wechseln. Glücklicherweise blieb das Hallenbad eine Sportstätte und es entstand eine Gymnastikhalle, die liebevoll „EX-Bad“ genannt wird. Die neu entstandene Halle führte zur Gründung der Zirkusgruppe und unserer Kindertanzgruppen. 

Viele Jahre mussten vergehen, bis die Politik und die Sportverwaltung davon überzeugt wurden, dass mit dem stetigen Anstieg unserer Mitglieder in der Fußballabteilung ein Kunstrasenplatz die einzige Möglichkeit war, adäquate Trainingsmöglichkeiten zu schaffen.  Wiederum erklärte sich der Verein bereit, für die Stadt Münster ein Bauvorhaben zu planen und durchzuführen. Im Jahr 2014 rollten die Bagger an und es entstand hinter dem Pastorenbusch eine neue Kunstrasenfläche mit einem Technikgebäude und einer Tribüne für 200 Zuschauer.

Im Jahr 2016 wurde ein länger geplanter Funktionswechsel vollzogen. Andreas Wigger und Christian Ahlers wechselten den ersten und zweiten Vorsitz. Eines der Hauptziele des neuen Vorsitzenden ist es, Politik und Verwaltung zu überzeugen, in Amelsbüren eine Mehrfachhalle zu bauen, damit das Sportangebot noch weiter ausgebaut werden kann.